Arsinoitherium

Arsinoi=nach der hellenistisch-ägyptischen Königin Arsinoë II.; gr. theríon=Tier

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Eozän
Zeitraum des Vorkommens: 35-27 Mio. Jahre
Ort der Funde: Ägypten, Oman, Libyen, Angola
Höhe: 1,8m


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BID Seltersweg



Arsinoitherium gehörte zu den Unpaarhufern und sah wohl aus wie ein Nashorn. Näher verwandt ist es jedoch mit den Elefanten und Seekühen. Benannt wurde es nach der altägyptischen Königin Arsinoe II., deren Palast sich in der Nähe des ersten Orts befand, an dem Überreste von Arsinoitherium gefunden wurden.

Die Tiere besaßen eine Schulterhöhe von 1,8 Metern. Sie wurden etwa drei Meter lang und drei Tonnen schwer. Ihr Körper war sehr kräftig und stark gebaut. Arsinoitherium hatte wie heutige Elefanten eine dicke und widerstandsfähige Haut und trug auf seinem Kopf insgesamt vier Hörner. Zwei davon waren sehr klein und saßen über den Augen, die anderen beiden waren riesig. Sie wuchsen aus der Nasenwurzel und waren paarig nebeneinander angeordnet. Anders als bei anderen Tierarten, z.B. Nashorn, bestanden die Hörner nicht aus Ceratin, sondern waren Teil des Skelettes, weshalb sie bis heute erhalten geblieben sind. Hörner aus Ceratin hätten sich deutlich schneller zersetzt als Knochen.

Einige Forscher gingen davon aus, dass die Hörner innen hohl waren und als Resonanzkörper dienten, um die Rufe der Tiere zu verstärken. Dies war auch bei einigen Dinosaurierarten, zum Beispiel beim Parasaurolophus, der Fall. Diese Theorie erwies sich jedoch als falsch, und so ist die Funktion der riesigen Hörner weiterhin ungeklärt. Eventuell spielten sie eine Rolle bei Paarungskämpfen.

Die Tiere lebten vermutlich in kleinen Gruppen zusammen in tropischen und subtropischen Regenwäldern. Hier ernährten sie sich von weicher pflanzlicher Kost, da ihre Zähne nicht spezialisiert genug waren, um harte Gräser zermahlen zu können. Durch ihre Größe und die Hörner waren Arsinoitherien eine schwer zu jagende Beute. Deshalb bestand wahrscheinlich nur für schwache, alte und junge Tiere die Gefahr, von Raubtieren erbeutet zu werden.

Zu seinen Lebzeiten war Arsinoitherium möglicherweise über den gesamten afrikanischen Kontinent verbreitet. Sein Aussterben fällt mit der Ausbildung einer Landbrücke zwischen Afrika und Eurasien zusammen. In deren Folge wanderten viele Großtierarten in Afrika ein, die Arsinoitherium langsam, aber sicher verdrängten.


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