Diatryma

gr. Dia=zwei tryma=Loch

Ernährung: Allesfresser
Erdzeitalter: Eozän
Zeitraum des Vorkommens: 61,7 bis 40,4 Mio. Jahre
Ort der Funde: Europa und Nordamerika
Höhe: 2m
Gewicht: 100kg


Präsentiert von
Galerie Neustädter Tor



Die Überreste von Diatryma wurden in Nordamerika gefunden, die Skelette waren über zwei Meter groß und damit größer als die Fossilien der verwandten Art Gastornis, die in Europa gefunden wurden. Deshalb wurden sie als eine eigene Art deklariert.

Heute geht man jedoch davon aus, dass es sich bei den als Diatryma bezeichneten Funden um Gastornis handelt, die nur durch Umweltbedingungen in Nordamerika größer werden konnten als die Individuen in Europa.

Nicht mit Gastornis/Diatryma verwandt ist dagegen Phorusracos. Die Terrorvögel Südamerikas sehen ähnlich aus wie Gastornis/ Diatryma, stellen aber nur eine konvergente Entwicklung in ähnlichen Lebensräumen dar und sind nicht verwandt.

Gastornis war ein riesiger, flugunfähiger Vogel. Die ersten Überreste wurden von einem französischen Physiker namens Gaston Planté in der Nähe von Paris gefunden. Nach ihm ist die Art auch benannt worden. Lange wurde gerätselt, mit welchen heute noch lebenden Vögeln Gastornis verwandt sein könnte. Das Ergebnis ist überraschend: es handelt sich um die Hühner- und Gänsevögel.

Zu der Zeit, als Gastornis lebte, waren die Dinosaurier erst kurze Zeit verschwunden, und die Säugetiere waren noch sehr klein. Es war eine Periode, in der die Kontinente von riesigen Vögeln, ausgestattet mit gefährlichen Schnäbeln und scharfen Krallen, beherrscht wurden. Gastornis erreichte eine Höhe von zwei Metern. In Europa gefundene Exemplare kamen jedoch lediglich auf eine Höhe von 1,75 m. Das Gewicht der Tiere konnte etwa 100 kg betragen. Allein ihr Schädel erreichte eine Länge von 50 Zentimetern, von denen 20 auf den Schnabel entfielen. Dieser hatte eine ähnliche Form wie der eines Papageis.

Es gibt verschiedene Theorien für das Nahrungsspektrum von Gastornis. Der Schnabel konnte aufgrund seiner Form große Beißkraft entwickelt, sodass man vermutet, Gastornis könnte kleinere Beutetiere aktiv gejagt haben. Andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass Gastornis eher ein Pflanzenfresser gewesen sein könnte, der nur gelegentlich selbst jagte und ansonsten Aas zu sich nahm. Ein weiteres Indiz dafür, dass Gastornis ein Raubvogel war, stellen seine kräftigen, klauenbewehrten Beine und Füße dar. Wenn Gastornis aktiv jagte, dann war er vermutlich eher ein Lauerjäger, der aus dem Hinterhalt heraus auf Beutefang ging. Wahrscheinlich war er nicht schnell und wendig genug, um flinke Beutetiere zu jagen.

Man vermutet, dass sich Gastornis in Europa entwickelte und sich dann über eine arktische Landbrücke nach Nordamerika ausbreitete. Die Tiere verschwanden langsam, als der Siegeszug der großen Säugetiere begann und sich Raubtiere entwickelten, die größer und schneller als Gastornis waren und außerdem im Rudel jagten.


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