Doedicurus

Keulenschwanz

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Pleistozän
Zeitraum des Vorkommens: 2 Mio. -11.000 Jahre
Ort der Funde: Südamerika
Höhe: 3,5 – 4m


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Vereinigte Hagel



Doedicurus gehörte zu den Glyptodonten, riesigen, gepanzerten Gürteltieren, und war der größte Vertreter dieser Tiergruppe. Er konnte eine Länge von etwa dreieinhalb Metern und ein Gewicht von bis zu zwei Tonnen erreichen. Sein Kopf war sehr klein, und an einen kurzen Hals schloss sich dann ein riesiger, kuppelförmiger Panzer an, der den kompletten Körper bedeckte. Der Schwanz war lang und kräftig und ebenfalls sehr stark gepanzert. An seinem Ende saß eine knöcherne Verdickung, die mit Dornfortsätzen bedeckt war. Seinen Namen hat Doedicurus nach dem Aussehen seines Schwanzes erhalten, der aussieht wie ein Stößel.

Man vermutet, dass Doedicurus seinen Schwanz gegen Räuber wie Smilodon eingesetzt hat, wie auch die Ancylosaurier Jahrmillionen zuvor. Jedoch war er aufgrund seines beschränkten Sichtfelds und seiner Trägheit wohl nicht in der Lage, seinen Schwanz zielgerichtet zu schwingen. Stattdessen verließ er sich eher auf seine massive Panzerung und kauerte sich wie ein Igel zusammen, um den Angriff auszusitzen. Wenn ein Angreifer aber trotzdem von seinem Schwanz getroffen wurde, resultierten daraus schwere Verletzungen. Viel wichtiger war der Keulenschwanz für die Auseinandersetzungen zwischen Doedicurus- Männchen. Sie stellten sich dabei nebeneinander auf und schlugen solange mit ihren Schwänzen auf ihre Panzer ein, bis einer aufgab. Diese Kämpfe konnten stundenlang dauern – meist gab es aber keine schlimmeren Blessuren als ein paar Dellen im Panzer oder einen abgebrochenen Dorn.

Doedicurus lebte in den weiten Grassavannen Südamerikas und ernährte sich ausschließlich von pflanzlicher Nahrung, die er in Bodennähe suchte. Vermutlich war er ein Einzelgänger, der nur bei der Paarung mit Artgenossen zusammentraf. Direkt hinter seinem Schädel befand sich unter seinem Panzer eine Art Auswölbung, in der möglicherweise Fettreserven gespeichert wurden, ähnlich wie im Höcker der heutigen Kamele. Ausgewachsene Tiere mussten sich vor keinem Raubtier fürchten, auch nicht vor dem mächtigen Smilodon oder den Terrorvögeln. Diese konnten nur Jungtiere erbeuten, deren Schädel noch relativ ungeschützt waren.

Doedicurus starb vor 11.000 Jahren zusammen mit den meisten anderen großen Säugetieren Südamerikas aus. Was genau zu diesem großen Aussterbeereignis geführt hat, ist noch unbekannt. Diese Aussterbewelle betraf Lebewesen auf der ganzen Welt, unter anderem starb der Amerikanische Gepard aus. Der heutige Afrikanische Gepard leidet heute noch darunter. Vor 11.000 Jahren wurde der Bestand dermaßen reduziert, dass die genetische Diversität sehr gering war. Diesen Effekt nennt man einen Bottleneck („Flaschenhals“). Dadurch sind die heutigen Afrikanischen Geparde so eng mit einander verwandt, dass man ihnen untereinander Gewebe transplantieren kann, ohne dass eine Abstoßungsreaktion auftritt.


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