Dorudon

gr. dory=Lanze; donta=Zahn

Ernährung: Fleischfresser
Erdzeitalter: Eozän
Zeitraum des Vorkommens: 40-33 Mio. Jahre
Ort der Funde: Nordamerika, Ägypten
Länge: 5m


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BID Katharinenviertel



Dorudon war ein Vorfahr der heutigen Wale und lebte in den warmen Küstengebieten des Eozäns. Man hielt seine Skelette früher für die Überreste junger Basilosaurier, die zur selben Zeit lebten. Basilosaurus war der größte Wal und das größte Säugetier seiner Zeit. Er erreichte eine Länge von bis zu 18m. Als man jedoch auch die Skelette von Dorudon-Jungtieren fand, wurde klar, dass es sich bei ihnen um eine eigenständige Art handelte.

Mit einer Länge von etwa fünf Metern und einem Gewicht von einer halben Tonne blieb Dorudon deutlich kleiner als sein großer Verwandter. Seine gedrungene Gestalt war den heutigen Delfinen ähnlich, allerdings war sein Körperbau noch gestreckter, mit einem relativ langen Hals. Der Kopf wurde etwa 60 cm lang und beinhaltete ein verhältnismäßig kleines Gehirn. Man vermutet, dass Dorudon wie heutige Wale eine Fluke besaß, also eine waagrechte Hinterflosse, und sich durch das Auf und Ab dieser Fluke fortbewegte. Diese Schwimmweise ist typisch für Wale und unterscheidet sie zum Beispiel von den großen Meeresreptilien der Dinosaurierzeit.

Im hinteren Bereich der Körpers saß ein kleines, aber voll ausgebildetes Beinpaar, welches vermutlich nur bei der Paarung zum Festhalten des Partners diente, für die Fortbewegung aber keinen Nutzen hatte. Wie auch andere altertümliche Wale wies Dorudon kein Melonenorgan auf. Dadurch konnte er sich nur schlecht per Echolot orientieren. Auch musste er zum Atmen immer den kompletten Kopf aus dem Wasser strecken, da er kein Blasloch besaß.

Seine Zähne waren, wie sein Name sagt, geformt wie Speere und ermöglichten es Dorudon, schwer zu fassende Beute wie Fische und Kalmare zu jagen. Man geht davon aus, dass die Tiere in Gruppen lebten und auch ihre Jungen gemeinsam zur Welt brachten. Möglicherweise handelte es sich hierbei um riesige Herden von mehreren tausend Walen. Überreste von Basilosaurus, die zusammen mit denen von Dorudon gefunden wurden, deuten darauf hin, dass die kleineren Wale dem Giganten der Meere als willkommene Bereicherung seines Speiseplanes gedient haben könnten.

Dorudon starb aus, als sich seine Heimatmeere aufgrund des Klimawandels abkühlten. Er und andere der Urwale wurden durch neue Arten verdrängt, die auch in kühleren und planktonreichen Gewässern zurechtkamen: Die Vorläufer der heutigen Bartenwale.


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