Elasmotherium

gr. elasmos=Platte; theríon=Tier

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Pleistozän
Zeitraum des Vorkommens: 3,6 Mio. – 126.000 Jahre
Ort der Funde: Nördliches Eurasien
Länge: 6m
Höhe: 2m
Gewicht: 8t


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Stadtwerke Gießen



Elasmotherium war ein riesiges Nashorn, das in Asien, aber vor allem in den Steppen Nordrusslands und Sibiriens lebte und die Größe eines Elefanten erreichte. Besonders beeindruckend war das riesige Horn, das die Tiere vermutlich auf ihrem Kopf trugen.

Elasmotherium konnte eine Schulterhöhe von über zweieinhalb Metern erreichen, sechs Meter lang und fast acht Tonnen schwer werden. Diese Körpermaße sind für ein Nashorn gigantisch. Auf dem Schädel befand sich eine massive Verknöcherung, wegen der man vermutet, dass die Tiere ein riesiges, bis zu zwei Meter langes Horn auf der Nase trugen. Allerdings wurde ein solches Horn nie gefunden, da es aus Ceratin bestand. Dieses bleibt – anders als Knochen – nicht gut erhalten. Die Tiere trugen, zumindest in den nördlichen Verbreitungsgebieten, sicher ein dickes Fell, um sich gegen Kälte zu schützen, ähnlich wie die Wollnashörner. Mit ihnen könnte Elasmotherium auch den Lebensraum geteilt haben.

Die Beine von Elasmotherium waren relativ lang und lassen den Schluss zu, dass die Tiere gute Läufer waren. Sie konnten auch hohe Geschwindigkeit erreichen, allerdings nur auf kurzen Strecken. Geschwindigkeit, Größe und das gigantische Horn müssen ein galoppierendes Elasmotherium zu einer furchteinflößenden Erscheinung gemacht haben. Die Backenzähne der Tiere besaßen sehr hohe Kronen, was auf eine Spezialisierung auf pflanzliche Nahrung schließen lässt. Tatsächlich sind die Zähne von Elasmotherium die spezialisiertesten aller bekannten Nashörner und erinnern eher an die von Pferden.

Über den Lebensraum von Elasmotherium gibt es zwei verschiedene Theorien. Meist geht man davon aus, dass die Tiere in Steppen lebten und sich dort von Kräutern, Gräsern und niedrigen Blättern ernährten. Dafür sprechen auch die langen Beine. Eine andere Theorie stützt sich vor allem auf die langen Zähne. Danach könnte Elasmotherium entlang von Flüssen in Auwäldern gelebt haben. Es kann aber auch sein, dass die Tiere beide Habitate bewohnten.

In der jüngeren Geschichte und auch in heutiger Zeit gibt es Berichte von riesigen, bullenartigen Tieren mit einem einzelnen großen Horn. Darum behaupten Kryptozoologen, dass das Elasmotherium vielleicht noch gar nicht ausgestorben ist. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass überlebende Elasmotherien oder ihre Überreste der Grund für Legenden über Einhörner in Zentralasien sein könnten. Beweise dafür oder für ein Überleben von Elasmotherium gibt es aber bisher keine.


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