Macrauchenia

lat. macr= Lama; gr. auchenia= großes Genick

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Miozän
Zeitraum des Vorkommens: 7 Mio. – 20.000 Jahre
Ort der Funde: Südamerika
Höhe: 2,10m


Präsentiert von
J.H. Fuhr

Pelikan Apotheken Gießen



Macrauchenia war der letzte Vertreter einer Familie von Huftieren, die nur in Südamerika vorkamen. Es war außerdem eine der wenigen großen, einheimischen Arten, die den großen Austausch zwischen Nord- und Südamerika vor etwa drei Millionen Jahren überlebte. Auch wenn Macrauchenia wie ein Kamel wirkte, handelte es sich bei ihm um eine ganz eigene Tierform, die nur sehr entfernt mit den heute existierenden Huftieren verwandt war.

Das erste Skelett von Macrauchenia wurde durch Charles Darwin bei seiner berühmten Reise mit der BEAGLE entdeckt. Er ging damals noch davon aus, dass es sich um ein großes, massiges Tier, wie ein Mastodon, handelte. Tatsächlich erreichte Macrauchenia eine respektable Schulterhöhe von zwei Metern und wurde etwa drei Meter lang. Die Beine waren lang und kräftig, an jedem Huf befanden sich drei Zehen. Der Kopf war relativ klein und wies eine auf der Schädeloberseite liegende Nasenöffnung auf. Daher vermutet man, dass Macrauchenia einen kurzen Rüssel besaß, vielleicht, um die Nüstern vor Staub und Sand zu schützen. Die Theorie, dass Macrauchenia seinen Rüssel als Schnorchel nutzen konnte, wie es einige Forscher vorgeschlagen haben, hat man mittlerweile verworfen.

Macrauchenia lebte in den trockenen Grassteppen Südamerikas und hatte vermutlich ein gelbbraunes Fell. So war es im hohen, trockenen Gras besser getarnt. Die Frage der Ernährung ist noch ungeklärt. Die Form der Zähne deutet auf einen Grasfresser hin, der Rüssel hingegen hätte es den Tieren auch ermöglicht, nach Blättern von Büschen und niedrigen Bäumen zu greifen. Zum Schutz vor Raubtieren lebten die Tiere wohl in Herden zusammen. Macrauchenia war eines der Hauptbeutetiere von Smilodon und anderen Räubern und musste daher ständig auf der Hut sein. Die Form seiner Fußknöchel und Beine zeigt, dass Macrauchenia sehr schnell und gewandt war. So konnte es Räuber bei einer Jagd durch schnelle und plötzliche Richtungswechsel verwirren. Dies stellte wohl auch seine Hauptverteidigung gegen Angreifer dar.

Man vermutete früher, dass das Aussterben von Macrauchenia auf die Konkurrenz durch die aus Nordamerika eingewanderten Großsäuger zurückzuführen sei. Es gibt allerdings Belege dafür, dass die Tiere noch viele Jahre mit den Neuankömmlingen Seite an Seite lebten und erst ausstarben, als der Mensch die Bühne in Südamerika betrat. Wahrscheinlich ist, dass sich Macrauchenia nicht schnell genug an diese neue Bedrohung anpassen konnte und deswegen verschwand


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