Megaloceros

gr. mega=riesig; ceras=Horn

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Miozän
Zeitraum des Vorkommens: 400.000 – 9.500 Jahre
Ort der Funde: Europa
Höhe: 2,10m


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Megaloceros wird auch Irischer Elch genannt, da man vor allem in Irland viele gut erhaltene Skelette dieser Art finden konnte. Sein Geweih war vermutlich das größte Geweih, das jemals von einem Lebewesen getragen wurde. Zwar war es schaufelförmig wie das eines Elches, allerdings war Megaloceros nicht näher mit dieser Art verwandt. Sein nächster noch lebender Verwandter ist der Damhirsch.

Megaloceros konnte eine Schulterhöhe von 2,1 Metern erreichen. Besonders imposant war jedoch das gewaltige Geweih, das eine Breite von über 4 Metern und ein Gewicht von etwa 50 Kilogramm erreichen konnte. Man ging früher davon aus, dass dieses Geweih auch der Grund für das Aussterben dieser Art war. Im Laufe der Entwicklung sollte es so schwer geworden sein, dass die Tiere ihre Köpfe nicht mehr heben konnten. Heute weiß man jedoch, dass dies kein Problem darstellte. Die Riesenhirsche wiesen eine verstärkte Muskulatur auf, die ihnen ohne Weiteres das Heben ihrer Köpfe gestattete. Wie bei den heutigen Hirschen diente das Geweih den Männchen wahrscheinlich als Waffe bei Paarungskämpfen. Dabei verhakten sich zwei Hirsche mit ihren Geweihen und versuchten, den Kontrahenten zur Aufgabe zu zwingen.

Megaloceros war ein reiner Pflanzenfresser. Seine Nahrung bestand aus Gräsern und anderen bodennahen Gewächsen. Auch hier unterscheidet er sich vom Elch, der sich von Laub ernährt. Die Lebensräume der Riesenhirsche waren Steppen- und Tundrengebiete. Im Wald hingegen gab es Schwierigkeiten, da sein riesiges Geweih ihn zwischen den Bäumen stark behinderte. Man geht aber mittlerweile davon aus, dass Megaloceros trotzdem auch Wälder aufsuchte.

Es ist davon auszugehen, dass zu seinem Aussterben auch die Menschen beigetragen haben. Man findet auf vielen Höhlenmalereien Bilder dieser Tiere. Megaloceros wurde wahrscheinlich stark bejagt. Möglicherweise wurde er von den Jägern in den Wald getrieben, um ihn dort besser erlegen zu können. Ein weiterer Grund für sein Verschwinden könnte dann doch das Geweih gewesen sein. Nach jeder Paarungszeit wurde es abgeworfen und nach dem Winter neu gebildet. Dies sorgte für einen enormen Nährstoffbedarf bei Megaloceros- Männchen, den sie nicht mehr decken konnten, als das Nahrungsangebot immer weiter zurückging. Die letzten Gebiete, in denen man den Riesenhirsch noch finden konnte, waren Irland und Nordsibirien. Doch auch dort wurden die Populationen irgendwann zu klein, um die Art am Leben zu erhalten.


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