Moeritherium

Moeri= der Moeris-See am Fundort; gr. theríon=Tier

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Eozän
Zeitraum des Vorkommens: 37 – 33 Mio. Jahre
Ort der Funde: Nord- und Westafrika
Höhe: 2m


Präsentiert von
Universitätsstadt Gießen



Moeritherium war eines der ersten Rüsseltiere und damit ein indirekter Vorfahr und Verwandter von Elefanten, Mastodonten und Mammuts. Allerdings haben die Elefanten sich nicht aus Moeritherium entwickelt, sondern aus anderen Arten. Die Linie der Moeritherien ist heute komplett ausgestorben.

In seinem Erscheinungsbild und Verhalten wirkte Moeritherium wie ein heutiger Tapir oder ein kleines Flusspferd. Es besaß einen massigen Körper und erreichte eine Schulterhöhe von etwa 70 Zentimetern. Insgesamt wurde es ca. zwei Meter lang. Der Kopf von Moeritherium sah aus wie der eines Schweins. In seinem Kiefer saßen verlängerte Schneidezähne, seine Oberlippe war vermutlich verlängert und fleischig, wodurch sie wie ein kurzer Rüssel wirkte. Von einem echten Rüssel kann man aber noch nicht sprechen. Die verlängerte Oberlippe diente Moeritherium dazu, seine Nahrung besser greifen und ins Maul schieben zu können. Wie heutige Flusspferde könnten die Tiere an ein Leben im seichten Wasser angepasst gewesen sein. So saßen zum Beispiel ihre Ohren sehr weit oben am Kopf, sodass sie auch dann noch aus dem Wasser ragten, wenn der Rest des Tieres schon untergetaucht war. Als Nahrung dienten Moeritherium weiche Wasserpflanzen.

Um sich gegenseitig vor Raubtieren zu schützen, lebten die Tiere wahrscheinlich in kleinen Gruppen zusammen. Eine große Gefahr für sie stellten Krokodile dar, und in küstennahen Regionen drangen oft sogar Haie und Urwale in die Gewässer ein, die Moeritherium bewohnte. Vermutlich waren die Tiere in der Lage, kleinere Strecken zu schwimmen, und konnten daher auch tiefere Flüsse überwinden.

Ihren Namen tragen sie aufgrund ihres Fundortes in Nordägypten. Dort soll sich zu Lebzeiten des Moeritheriums ein großer See befunden haben, der Moeri-See.


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