Paraceratherium

gr. para=neben; ceras=Horn; therion=Tier

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Oligozän
Zeitraum des Vorkommens: 37-23 Mio. Jahre
Ort der Funde: Asien
Länge: 5,5m
Höhe: 8m


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Volksbank Mittelhessen



Paraceratherium ist auch unter den Namen Balutschitherium und Indricotherium bekannt. Allerdings gab es einen langen Streit unter Wissenschaftlern, ob es sich dabei nicht doch um verschiedene Arten handelt. Die Art wurde erstmals 1911 von Sir Clive Forster Cooper entdeckt, der sie Paraceratherium nannte. Man erkannte dann, dass später als Indricotherium beschriebene Skelette derselben Art angehörten. In der wissenschaftlichen Namensgebung gilt aber die Regel, dass immer der ältere Name verwendet wird.

Paraceratherium gehört zu einer Säugetierfamilie, die mit den heutigen Nashörnern verwandt war. Allerdings trug es keine Hörner. Bei Paraceratherium handelt es sich um das größte landlebende Säugetier, das jemals auf der Erde existiert hat. Es erreichte die enorme Schulterhöhe von fünfeinhalb Metern, der Kopf befand sich in einer Höhe von acht Metern. Die Körperlänge konnte bei einem Gewicht von unglaublichen 20 Tonnen über zehn Meter betragen. Damit erreichte Paraceratherium die Größe eines mittelgroßen Langhalssauriers. Allein der Schädel konnte eineinhalb Meter lang werden. Die Tiere hatten an jedem Fuß drei Zehen. Ihr Gewicht wurde von stämmigen Beinen getragen. Paraceratherien lebten in subtropischen Waldgebieten und ernährten sich dort von den Blättern der Bäume. Ihre Mäuler und Zähne waren perfekt dazu geeignet, Blätter von Ästen und Zweigen abzuziehen.

Die männlichen Tiere waren etwas größer als die weiblichen und besaßen einen massigeren, kuppelförmigen Schädel. Man vermutet, dass die Bullen sich bei Kämpfen nebeneinander aufstellten und dann mit ihren Köpfen und Hälsen solange aufeinander einschlugen, bis einer der beiden aufgab. Ein solcher Kampf der Giganten dürfte mehrere Kilometer weit zu hören gewesen sein.

Ein ausgewachsenes Paraceratherium hatte keine natürlichen Feinde mehr. Lediglich die Jungtiere mussten sich vor Räubern wie Hyaenodon in Acht nehmen. Diese mussten jedoch erst einmal die vorsichtige Mutter ablenken, bevor sie sich ernsthaft an das Kalb herantrauen konnten. Eine größere Gefahr für junge Paraceratherien ging von Artgenossen aus, da ein paarungswilliger Bulle oft auch auf Jungtiere seiner Partnerin losgehen konnte.


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