Paranthropus boisei

gr. para=neben/abweichend von; anthropos=Mensch; boisei= nach Charles Boise Finanzierer des Anthropologenteams, das den Schädel gefunden hat

Ernährung: Allesfresser
Erdzeitalter: Pleistozän
Zeitraum des Vorkommens: 2,3 bis 1,4 Mio.
Ort der Funde: Ostafrika
Höhe: 1,40m


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Paranthropus boisei war ein Vertreter der sogenannten „robusten“ Australopithecinen. Diese zeichneten sich durch ein allgemein kräftigeres Erscheinungsbild aus als die „grazilen“ Australopithecinen wie Australopithecus afarensis. Sie waren auch spezialisierter in ihrer Ernährung. Im Gegensatz zu den „grazilen“ Vertretern, aus denen sich später die heutigen Menschen entwickelten, ist die Linie der „robusten“ Australopithecinen heute ausgestorben. Der Name „boisei“ stammt von dem britischen Geschäftsmann Charles Boise, der die Ausgrabungen der Archäologen finanziert hatte. Die jüngsten Vertreter von Paranthropus boisei lebten womöglich noch gemeinsam mit Homo habilis bzw. erectus, hatten sich aber auf eine andere unterschiedliche Nische spezialisiert und unterlagen deshalb keinem Konkurrenzdruck der anderen Arten. Einige Forscher fassen die „robusten“ Arten in Abgrenzung zu den „grazilen“ Australopithecinen zu einer eigenen Gattung zusammen, den Paranthropen.

Paranthropus boisei besaß einen kräftigen und massigen Körper, wurde etwa 1,40m groß und wog zwischen 40 und 80kg. Sein Gehirn war etwas größer als das eines heutigen Schimpansen. Manche Wissenschaftlicher vermuten, dass die Tiere schon sehr primitive Werkzeuge genutzt haben könnten: Man fand Knochen von anderen Tieren, die als Grabwerkzeuge gedient haben könnten, bei Überresten von Paranthropus boisei. Auch konnte bei ihm schon eine Feuernutzung nachgewiesen werden. Das wichtigste Merkmal des Paranthropus boisei waren seine enorm großen Backenzähne. Diese wurden fast so groß wie die von Gorillas, obwohl diese Menschenaffen bis zu zehn Mal schwerer werden können. Deshalb waren diese Australopithecinen schätzungsweise die Hominiden mit der höchsten Beißkraft überhaupt; sie werden aus diesem Grund auch als „Nussknackermenschen“ bezeichnet. Ihre Nahrung war vermutlich auch Kost, die gut zerkaut werden musste: Pflanzenmaterial, Samen und Nüsse. Paranthropus boisei war damit wohl auch der „robusteste“ unter den „robusten“. Er konnte, wie andere Australopithecinen auch, auf zwei Beinen laufen, nutzte aber auch seine Fähigkeit, zu klettern, noch zur Fortbewegung.

Da diese Art sowohl in ihren Ernährungsgewohnheiten als auch in ihrem Lebensraum sehr spezialisiert war, konnte sie sich vermutlich nicht an klimatische Wechsel und sich ändernde Umweltbedingungen anpassen und starb schließlich aus.


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