Phorusracos

gr. phor= Träger; rakos=Lappen

Ernährung: Fleischfresser
Erdzeitalter: Miozän
Zeitraum des Vorkommens: 5 Mio. – 400.000 Jahre
Ort der Funde: Argentinien
Höhe: 2,5m
Gewicht: 300kg


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Phorusracos war ein großer, flugunfähiger Raubvogel, der zu der früher weit verbreiteten Familie der Terrorvögel gehörte. Diesen Namen verdienten sie sich durch ihre Größe und ihr erschreckendes Äußeres. Für viele Millionen Jahre beherrschten Phorusracos und seine Verwandten die Steppen und Graslandschaften Südamerikas und stellten die gefährlichsten Räuber ihres Lebensraums dar.

Früher wurde Phorusracos den Greifvögeln zugerechnet, aber man fand heraus, dass er näher mit den Kranichen verwandt ist. Seine nächsten heute noch lebenden Verwandten sind die Seriemas, bodenbewohnende Vögel aus Südamerika, die aber deutlich kleiner werden als ihre Vorfahren. Phorusracos konnte eine Größe von über zweieinhalb Metern erreichen und 300 Kilogramm schwer werden. Er hatte einen kräftigen Körper und lange, muskulöse Hinterbeine. Sein Schädel wurde etwa 60 Zentimeter lang und schloss vorn in einem riesigen, hohen Schnabel, der eine hakenförmige Spitze aufwies und somit zu einer tödlichen Waffe werden konnte. Seine Flügel waren verkümmert und dienten vermutlich nur dazu, beim schnellen Laufen das Gleichgewicht zu halten. Phorusracos war ein Lauerjäger und pirschte sich im Schutz des hohen Grases an seine Beute an, um dann im entscheidenden Moment vorzupreschen. Zumindest auf kurzer Strecke konnte er vermutlich Geschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern erreichen. Seine Beutetiere waren meist kleinere Säuger bis zur Größe einer Antilope, die Phorusracos entweder mit Tritten oder mit gezielten Schnabelhieben tötete. Er ernährte sich jedoch auch von Aas, wenn er welches fand. Wahrscheinlich waren die Vögel Einzelgänger und lebten nicht in Gruppen zusammen.

Die Terrorvögel entwickelten sich über mehrere Millionen Jahre zu den Riesen wie Phorusracos. Vor etwa fünf Millionen Jahren hatten sie die fleischfressenden Säugetiere nahezu völlig verdrängt. Süd- und Nordamerika waren vorher für lange Zeit getrennt gewesen. Erst vor drei Millionen Jahren bildete sich wieder eine Landbrücke zwischen den beiden Kontinenten. Über diese wanderten die Terrorvögel auch in Nordamerika ein; viel folgenschwerer waren jedoch große Raubtiere wie die Säbelzahnkatzen, die den umgekehrten Weg gingen. Diese Konkurrenz und die beginnende Eiszeit können für das Aussterben von Phorusracos und seinen Verwandten verantwortlich gemacht werden. In Südamerika starben sie vor 400.000 Jahren aus. Eine andere Art, Titanis, überlebte in den unzugänglichen Gebieten Südfloridas noch bis vor etwa 18.000 Jahren. Danach waren die großen, räuberischen Laufvögel, die das Bild der Erde viele Jahre lang geprägt hatten, verschwunden.


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