Smilodon Jungtier

gr. smile=Messer; donta=Zahn

Ernährung: Fleischfresser
Erdzeitalter: Miozän
Zeitraum des Vorkommens: 2,6 Mio. – 12.000 Jahre
Ort der Funde: Nord- und Südamerika


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Galerie Neustädter Tor



Smilodon war eine der größten Raubkatzen aller Zeiten. Häufig findet man ihn unter dem Namen „Säbelzahntiger“ aufgrund der charakteristischen, 20 Zentimeter langen Reißzähne, die dem Tier aus dem Oberkiefer wuchsen. Dieser Name ist jedoch irreführend, da Smilodons nicht mit den heutigen Tigern, sondern eher mit den Löwen verwandt sind.

In Smilodons äußerem Erscheinungsbild gab es einige Unterschiede zu den heutigen Großkatzen. So hatte er nur einen kurzen, 30 Zentimeter langen Schwanz und einen wesentlich kräftigeren und muskulöseren Körperbau, insbesondere im Bereich des Nackens. Von der reinen Länge her war Smilodon sogar ein bisschen kleiner als ein Löwe, mit einem Gewicht von 250 bis 300 Kilogramm aber wesentlich schwerer.

Smilodon lebte in den weiten Steppen des eiszeitlichen Nord- und Südamerikas, die durch Austrocknung aus ehemaligen Waldgebieten entstanden waren. In Südamerika stellte er, zusammen mit dem riesigen Terrorvogel Phorusracos, das gefährlichste Raubtier dar. Da viele Skelette von Smilodon erhalten geblieben sind, hat die Wissenschaft einen guten Überblick über das Leben dieser Raubkatze gewinnen können. Ähnlich wie Löwen lebten die Smilodons in Rudeln zusammen, die jeweils eigene Reviere besaßen. Angeführt wurde das Rudel von einem Alphamännchen. Auf die Jagd gingen aber nur die weiblichen Tiere, die dann vermutlich auch gemeinsam die Beute angriffen. Und genau wie bei den Löwen wurde bereits vorhandener Nachwuchs bei Machtübernahmen durch neue Alphamännchen von diesen getötet, um Konkurrenz zu vermeiden.

Bei der Jagd leisteten den Smilodons ihre Säbelzähne gute Dienste, aber nicht beim Packen und Niederreißen von Beutetieren. Mit einem Biss durch den Hals der Beute wurde die Luftröhre zerstört und die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen. Für alles andere wären die Säbelzähne auch zu empfindlich gewesen. Es wurden sogar viele Skelette gefunden, bei denen einer oder sogar beide Zähne abgebrochen waren. Viele Smilodons wurden bei der Jagd schwer verletzt, da die Beutetiere teilweise recht wehrhaft waren. Vermutlich bestand ihre Hauptnahrung aus Riesenfaultieren oder jungen Rüsseltieren, die sich von ihrer Herde abgesondert hatten. Es gibt zwar viele Darstellungen, die ein Rudel Smilodons bei der Jagd auf Mammuts zeigen, allerdings ist davon auszugehen, dass es sich bei einem ausgewachsenen Mammut um eine zu schwere Beute gehandelt haben dürfte. Pferdeartige und Hirsche hingegen waren zu schnell und wendig für die schwerfälligen Smilodons und wurden daher vermutlich nur mit Glück erbeutet.

Das Aussterben von Smilodon fällt mit dem Verschwinden der großen Säugetiere zusammen, die seine Hauptnahrung bildeten. Die allgemein gültige These lautet heute, dass für deren Verschwinden der Mensch verantwortlich gewesen ist.


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