Syndyoceras

gr. ceras=Horn; syndyo [sunduo]=verbunden

Ernährung: Pflanzenfresser
Erdzeitalter: Oligozän
Zeitraum des Vorkommens: 24,8-20,6 Mio. Jahre
Ort der Funde: Nordamerika
Länge: 1,5-2m


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BID Seltersweg



Syndyoceras erinnert mit seinen Hörnern auf den ersten Blick an einen frühen Hirsch, ist aber mit den heutigen Kamelen verwandt. Er gehörte zu einer Gruppe von Paarhufern, den Protoceratidae, die durch ihre exotischen Hörner auffielen. Diese Gruppe war nie besonders arten- oder zahlreich, zumindest kann man dies aufgrund der aktuellen Fundlage vermuten. Heute sind alle Arten ausgestorben.

Syndyoceras wurde etwa eineinhalb bis zwei Meter lang und wog etwa 150 Kilogramm. Auf ihrem Schädel trugen Syndyoceras- Männchen zwei Hörnerpaare. Das eine saß zwischen den Augen auf der Stirn und war halbkreisförmig nach außen gebogen. Das andere Paar saß auf der Schnauze und sah aus wie ein großes V mit einer breiten Basis. Weibchen besaßen keine oder nur sehr kleine Hörner. Beide Hörnerpaare waren mit Haut überzogen, wie die Stirnhörner einer Giraffe. Da sie zu klein waren, um dem Männchen als Waffe zu dienen, vermutet man, dass sie bei der Paarung zum Imponieren eingesetzt wurden. Wie bei den heutigen Saigas war die Schnauze von Syndyoceras vergrößert, da sie mit Luft gefüllte Kammern enthielt.

Syndyoceras lebte wahrscheinlich in kleinen Herden in sumpfigem oder zumindest bewaldetem Gebiet. Die Analyse seiner Beinknochen ergab, dass er kein sehr ausdauernder oder geschickter Läufer gewesen sein konnte. Er hätte daher kaum vor Fressfeinden fliehen können und verließ sich stattdessen darauf, von diesen nicht entdeckt zu werden.

Aufgrund der schwer verdaulichen Pflanzenkost, die Syndyoceras zu sich nahm, besaß er ein ähnlich komplexes Verdauungssystem wie seine modernen Nachfahren, die Kamele. Außerdem hatte er verlängerte Eckzähne, mit denen er vermutlich den Boden aufwühlen konnte, um dort nach schwer erreichbarer Nahrung zu suchen.


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